Vitalität bis ins hohe Alter ist kein Zufall

Es gibt viele verschiedene Theorien darüber, was sich genau während des Alterns abspielt und was letztlich die Ursachen davon sind.

Trotzdem gibt es eine gemeinsame Prämisse, die besagt, dass Altern auf die Anhäufung von Schäden an Proteinen, Lipiden und DNA eines Organismus zurückzuführen ist.

Einer plausiblen Theorie zu Folge ist die Altersgeschwindigkeit durch die Balance zwischen der Entstehung molekularer Schäden und deren Beseitigung durch entsprechende Reparatursysteme bedingt.

Es gibt drei hauptsächliche zelluläre Wartungsmechanismen, die Schutz vor der Anhäufung molekularer Schäden bieten. Erstens können die verursachenden Moleküle reduziert werden; z.B. können antioxidative Enzyme die Konzentration von Pro-Oxidantien durch deren Abbau verringern. Zweitens können gewisse Schäden repariert werden. Beispielsweise können DNA-Reparaturmechanismen der Anhäufung von Schäden an der Erbsubstanz entgegen wirken. Drittens können beschädigte Moleküle, Organellen oder Zellen einfach durch den Stoffwechsel, d.h. Abbau und Neusynthese ersetzt werden.

Diese Sicht des Alterns und der Lebensspanne als die resultierende Wirkung von Schäden und Wartung ist mittlerweile eine Standardtheorie der Biogerontologie geworden

Zum Beispiel trägt die Schädigung durch reaktive Arten von Sauerstoff (reactive oxygen species, ROS) klar zu altersbedingten oxidativen Schäden an Proteinen, Lipiden und DNA bei. 

Wie verursacht Altern Alterskrankheiten?

Wir können nicht wissen, wie wir sterben werden, aber wir können es einigermaßen abschätzen:

wahrscheinlich an Herz-Kreislauf Erkrankungen (Herzkrankheit, Schlaganfall), Krebs, der Alzheimerschen Krankheit, Typ II Diabetes, oder eine Infektion wie Influenza, die für jüngere Personen zwar nicht tödlich ist, aber die uns umbringen kann, wenn unser alterndes Immunsystem überfordert wird. Alle diese Krankheiten haben etwas mit Altern zu tun: Die Wahrscheinlichkeit, an ihnen zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter dramatisch an.

Untersuchungen an Modellorganismen haben uns gezeigt, dass es möglich ist, das Altern zu verlangsamen und das Einsetzen von Alterskrankheiten zu verzögern.

Biogerontologen (Altersforscher) sind zu der Erkenntnis gekommen, dass unsere natürliche Lebenserwartung bei ca. 120 Lebensjahren liegt.

Sogenannte Zivilisationskrankheiten werden in unserer Gesellschaft als unvermeidlich hingenommen. Ein Irrtum.

Das Erreichen eines hohen Lebensalters in Gesundheit ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, u.a. vom ausbalancierten Zusammenspiel vieler Hormone uns Vitamine.

Ein Beispiel hierfür ist das Vitamin B12, dessen Aufnahme bei etwa 30% der über 60-jährigen vermindert ist. Die Ursache dafür ist eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut, die sogenannte atrophische Gastritis. Hierbei kann ein bestimmtes Protein – der Intrinsic Faktor – welches zur Vitamin B12-Aufnahme im Darm benötigt wird, nicht mehr ausreichend gebildet werden. Eine unzureichende B12-Aufahme kann zu einer Anämie (Blutarmut) mit typischen Symptomen wie Erschöpfung, schnellem Ermüden und Herzrasen führen. Ferner spielt Vitamin B12 zusammen mit Folsäure und Vitamin B 6 eine wichtige Rolle im Homocystein-Stoffwechsel. Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Stoffwechsels, welches sich anhäufen und die Gefäße schädigen kann. Eine ausreichende Zufuhr an B-Vitaminen stellt einen normalen Homocystein-Stoffwechsel sicher. Im Hinblick auf die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen auch Omega-3-Fettsäuren eine bedeutende Stellung ein. Als Baustein von Membranen und Vorstufe von Botenstoffen beeinflussen sie u.a. die Gefäße und den Blutdruck.

Ein weiteres Vitamin, dessen Bedarf sich im Alter erhöht, ist Vitamin D. Der Körper kann Vitamin D bei hinreichender Sonneneinstrahlung selbst in der Haut bilden. Die Eigensynthese nimmt jedoch ab dem 50. Lebensjahr deutlich ab, wodurch es vermehrt mit der Nahrung zugeführt werden muss. In den Wintermonaten und bei Personen, die die Sonne meiden, kann die Synthese darüber hinaus noch zusätzlich vermindert sein. Vitamin D3 ist wichtig für das Immunsystem und die Knochen, da es für die Aufnahme von Calcium aus dem Darm benötigt wird. Eine ausreichende Vitamin D- und Calciumzufuhr sollte daher gewährleistet sein, um den Abbau der Knochenmasse zu vermindern und somit Krankheiten wie Osteoporose und Osteomalazie zu vermeiden.

Mit zunehmendem Alter sollten auch genügend Antioxidantien, sogenannte Radikalfänger, aufgenommen werden. Zu diesen zählen dieVitamine A, C und E sowie das Spurenelement Selen und sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Lutein oder β-Carotin. Diese Gruppe von Stoffen ist für die Beseitigung von freien Radikalen, die im Stoffwechsel gebildet werden, zuständig. Freie Radikale können zu Zellschäden führen und die Entstehung von Krebs fördern. Zudem hat der oxidative Stress auch Auswirkungen auf das Immunsystem und die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer und Arteriosklerose. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen werden Grüner Tee und Rotwein oft als „Anti-Aging“ Mittel angepriesen. Rotwein enthält beispielsweise Polyphenole, welche die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose oder Arthritis verhindern sollen.

Erwiesenermaßen beeinflussen Lebensstil und Umweltbedingungen den Prozess des Alterns; sie können ihn verzögern oder beschleunigen.

Negative Auswirkungen haben u.a. Tabakrauchen und hoher Alkoholkonsum, zu wenig Schlaf, Übergewicht, Stress, aber auch Verkehrslärm und Umweltverschmutzung.